• Leopold Fuchs

7% Akku

Anfang Sommer.

Dieses Jahr tut die Sonne nicht weh.

Ich lese das neue Buch von Baricco und erinner mich

an sein wunderbares Erstlingswerk.

Aber bleib enttäuscht an einzelnen Zeilen stecken. Füge sie nicht zusammen.

Vielleicht liegt es an mir. Lesen ist eine anstrengende Tätigkeit geworden.

Früher war jedes Wort in einem Buch eine Ladung Energie .

Abgefeuert und gezündet und getroffen wie ein Blitz. Elektrisierend.

Nun sind die Worte klebrige Einheitsmasse oder Flummis die hin und her

hüpfen und sich nicht aneinanderreihen lassen.


Eine Zeit ohne Bücher, ist das möglich?


Bücher waren mein Akku.


Heute steh ich bei 7% und kann mich nicht mehr aufladen...


Doch dann erblicke ich in Charlottenburg eine Gedenktafel für Georg Heym.

Er lebte dort.

Und wandelte herum.

Mein Akku füllt sich langsam und ich schmunzel...

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